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Wassersportsaison am Senftenberger See beginnt

Aufatmen im Lausitzer Seenland: Pünktlich zum Saisonstart hat die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) die Arbeiten an dem Naturschutzgebiet mitten im Senftenberger See abgeschlossen. Ein wichtiges Urlaubs- und Ausflugsziel für Brandenburger und Sachsen ist wieder vollständig hergestellt. Ab sofort können Segler, Surfer, Kanuten und andere Wassersportler den schönsten See der Region wieder wie gewohnt nutzen. Vermieter am Stadthafen, Hafencamp und am Seestrand Niemtsch haben in den nächsten Tagen ebenfalls geöffnet. Die Liegeplätze an den Steganlagen sind freigegeben. Und auch die Campingplätze heißen seit Montag Gäste willkommen. 

Die LMBV hatte die etwa 250 Hektar große Insel im See in den Wintermonaten gesichert. Im September des vergangenen Jahres war ein kleiner Teil der Insel abgerutscht. Experten vermuten die Ursache dafür in dem trockenen Sommer und dem damit verbundenen niedrigen Wasserstand. Der See und der Uferbereich wurden gesperrt. Die mit der Sanierung beauftragten Firmen räumten Treibholz weg, beseitigten mit Hilfe von Saugspüleinheiten und Baggern Untiefen und füllten Tieflagen wieder auf. Zum 31. März schlossen sie ihre Arbeiten ab, sodass die LMBV den See am 1. April freigeben konnte. Der 1300 Hektar große Senftenberger See ist das touristische Flaggschiff im Lausitzer Seenland, der Region zwischen Berlin und Dresden, die sich vom ehemaligen Tagebaurevier zu Europas größter künstlicher Wasserlandschaft wandelt. Aus ehemaligen Braunkohlegruben entstehen durch Flutung mehr als zwei Dutzend neue Seen. Schiffbare Kanäle sollen in den nächsten Jahren zehn davon miteinander verbinden.

Noch vor 75 Jahren, zwischen 1944 und 1966, holten Bagger 135 Millionen Tonnen Braunkohle aus dem Tagebau Niemtsch. Zurück blieb ein riesiges Loch, das geflutet wurde. Wenige Jahre später wurde hier der Senftenberger See eröffnet. Die Innenkippe des Tagebaus, aus der die heutige Insel hervorgeht, wurde damals nicht geotechnisch gesichert. Sie darf aus diesem Grund nicht betreten werden und hat sich so zu einem kleinen Naturparadies entwickelt, das verschiedenen Wild- und Vogelarten als Rückzugsgebiet dient. Die jetzt durchgeführten Arbeiten sind der Auftakt zu notwendigen Maßnahmen, die in den nächsten Jahren immer zwischen November und März durchgeführt werden sollen. Dafür erstellt die LMBV einen umfassenden Sanierungsplan.

Am Koschener Kanal, der den Senftenberger mit dem Geierswalder See verbindet, werden derzeit Wartungsarbeiten durchgeführt. Doch ab Ostern können alle Boote die Schleuse passieren. Dann verkehren auch die beiden Fahrgastschiffe der Reederei Löwa wieder. Wassersport ist bis zum Ende der Saison am 31. Oktober möglich.